Wichtige Fakten

  • Erektile Dysfunktion ist weit verbreitet und in der Regel gut behandelbar. Es stehen mehrere wirksame Optionen zur Verfügung.
  • Tabletten wie Sildenafil (Viagra) und Tadalafil (Cialis) sind die am häufigsten eingesetzten Mittel und helfen den meisten Männern.
  • Wenn Tabletten nicht infrage kommen, sind andere wirksame Behandlungen verfügbar, etwa Penile Injektionen oder medizinische Hilfsmittel.
  • Die beste Behandlung ist diejenige, die zu Gesundheit, Lebensstil und den Bedürfnissen in der Partnerschaft passt. Das ist eine gemeinsame Entscheidung.
  • Seien Sie vorsichtig bei nicht regulierten Online-Nahrungsergänzungsmitteln oder sogenannten „Viagra-Alternativen“. Diese sind oft wirkungslos und können gesundheitliche Risiken bergen.

Der erste Schritt: Das Problem anerkennen

Zunächst dies: Wenn Sie von erektiler Dysfunktion betroffen sind, sind Sie nicht allein. Das ist ein häufiges Problem. Die entscheidende Information lautet: Es gibt fast immer eine Lösung. Die Zeit, in der man damit allein blieb, ist vorbei. In der Praxis geht es darum, die modernen Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen, um den Weg zurück zu einem selbstbewussten Sexualleben zu finden.

Der häufigste Grund für eine Erektionsstörung ist ein gestörter Blutfluss. Eine Erektion ist ein hydraulisches Ereignis. Das Gehirn sendet ein Signal, Blutgefäße entspannen sich, Blut fließt in den Penis und versteift ihn. Die verfügbaren Behandlungen zielen darauf ab, dieses hydraulische System zu unterstützen.

Erstlinientherapie: Die Tabletten (PDE5-Hemmer)

Für die meisten Männer ist dies der Anfang. Die sogenannten PDE5-Hemmer sind in der Regel gut verträglich, wirksam und einfach anzuwenden. Sie helfen den Blutgefäßen im Penis, sich bei sexueller Erregung zu entspannen und länger geöffnet zu bleiben. Sie lösen keine spontane Erektion aus; nach wie vor ist sexuelle Stimulation nötig.

MedikamentHauptmerkmalGeeignet für
Sildenafil (Viagra)Das ursprüngliche Medikament. Wirkt etwa 4–6 Stunden.Spontane oder geplante Sexualkontakte. Besitzt eine lange klinische Erfahrung.
Tadalafil (Cialis)Kann bis zu 36 Stunden wirken. Auch als niedrige Tagesdosis verfügbar.Männer, die mehr Spontaneität wünschen. Mehr Details finden Sie in meinem Beitrag zu Cialis.
VardenafilÄhnlich wie Sildenafil, kann bei einigen Männern mit weniger Sehstörungen verbunden sein.Eine Alternative, wenn Sildenafil nicht optimal wirkt.
Avanafil (Stendra)Wirkt am schnellsten. Kann bereits nach etwa 15 Minuten aktiv werden.Männer, die einen sehr raschen Wirkungseintritt benötigen.

Einen detaillierten Vergleich finden Sie in meinem Artikel zum Thema ED-Medikamente.

Wirkungsvolle Alternativen: Penile Injektionen

Was tun, wenn Tabletten nicht wirken oder aufgrund anderer Gesundheitsprobleme nicht eingenommen werden können? Hier sind die Optionen nicht erschöpft. Penile Injektionen stellen eine sehr wirksame Zweitlinientherapie dar.

Die Vorstellung einer Injektion mag abschreckend wirken. Es handelt sich jedoch um eine sehr dünne Nadel, vergleichbar mit einer Insulinspritze. Die Injektion in die Seite des Penis ist nach Angaben der meisten Patienten kaum spürbar. Das Medikament wirkt direkt vor Ort und führt innerhalb weniger Minuten zu einer zuverlässigen Erektion, ohne dass sexuelle Stimulation nötig ist. Die gängigsten Optionen sind:

  • Alprostadil (Caverject, Edex): Ein einzelnes, zugelassenes Medikament, das die Blutgefäße zuverlässig erweitert.
  • Compounded Injektionen (BiMix, TriMix): Hierbei handelt es sich um individuell angemischte Rezepturen aus speziellen Apotheken, die zwei oder drei Wirkstoffe kombinieren. Sie können eine noch stärkere Wirkung haben als Alprostadil allein. Mehr Informationen finden Sie in meinem Leitfaden zu Trimix-Injektionen.

Mechanische Lösungen: Bewährte Hilfsmittel

Medikamente sind nicht der einzige Weg. Für manche Männer kommt ein mechanischer Ansatz infrage.

  • Vakuum-Erektionshilfen (VEDs): Oft auch als „Penis-Pumpe“ bezeichnet. Eine Plastikzylinder wird über den Penis gesetzt. Eine Pumpe erzeugt ein Vakuum, das Blut in den Penis zieht. Ein Sperrring an der Penisbasis hält die Erektion. Diese Methode ist wirksam, sicher und nicht-invasiv.
  • Penile Implantate: Dies ist eine chirurgische Lösung, die meist in Betracht gezogen wird, wenn andere Therapien versagt haben. Dabei wird eine Prothese vollständig im Körper platziert, die eine Erektion nach Wahl ermöglicht. Die Zufriedenheitsraten bei Patienten und ihren Partnerinnen sind nach verfügbaren Daten sehr hoch.

Eine wichtige Warnung: Gefahren aus dem Internet

Im Internet werben unzählige Anzeigen für „pflanzliches Viagra“ oder andere Nahrungsergänzungsmittel, die eine Heilung versprechen. Seien Sie hier äußerst zurückhaltend. Diese Produkte unterliegen nicht der strengen Kontrolle von Arzneimittelbehörden. Im besten Fall sind sie wirkungslos. Im schlimmsten Fall können sie gefährliche, nicht deklarierte Inhaltsstoffe enthalten, etwa illegale Dosen verschreibungspflichtiger ED-Medikamente oder Verunreinigungen. Produkte wie Kamagra sind aus diesem Grund in vielen Ländern nicht zugelassen. Lassen Sie sich stets von einer medizinischen Fachperson beraten.

Die Sexualität ist ein Teil der Gesundheit. Es gibt keinen Grund, sich für das Aufsuchen eines Arztes zu schämen. Wie dargestellt, stehen mehrere wirksame und sichere Behandlungswege offen. Der erste Schritt ist das Gespräch.