Wichtige Fakten
- NSAIDs (wie Ibuprofen und Naproxen) sind wirksam bei Schmerzen, die durch Entzündungen verursacht werden – etwa bei Verstauchungen, Krämpfen oder Arthritis.
- Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Entzündungssignale des Körpers zu dämpfen. Dadurch reduzieren sie sowohl Schwellungen als auch Schmerzen.
- Ein wesentlicher Nachteil ist jedoch ihre mögliche Belastung für den Magen sowie Risiken für Nieren und Herz.
- Meine grundsätzliche Empfehlung lautet: Sie sollten so kurz wie nötig, in der niedrigsten wirksamen Dosis und stets zu einer Mahlzeit eingenommen werden.
- BEDEUTEND: Aspirin zählt ebenfalls zu den NSAIDs und darf Kindern unter 12 Jahren nicht gegeben werden, es sei denn, ein Arzt verordnet es ausdrücklich.
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Die Helden des Hausapothekenschranks
Sie kennen sie. Die vertraute Packung Ibuprofen in der Handtasche. Das Naproxen gegen Rückenschmerzen. Das Aspirin, das manche zur Herzgesundheit einnehmen. Diese Arbeitstiere der Schmerzlinderung heißen nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR oder NSAIDs. Sie sind brillant bei einer bestimmten Art von Schmerz – dem, der mit Rötung, Schwellung und Entzündung einhergeht. Ein verstauchter Knöchel, starke Regelschmerzen, ein Arthritis-Schub: Hier zeigen NSAIDs ihre Stärke. Sie unterscheiden sich von reinen Schmerzmitteln wie Paracetamol, das nur die Schmerzsignale blockiert. NSAIDs gehen direkt an die Quelle der Entzündung.
Wie sie das Feuer der Entzündung dämpfen
Vereinfacht erklärt: Bei einer Verletzung schüttet der Körper Botenstoffe namens Prostaglandine aus. Diese fungieren als eine Art Alarmsystem. Sie lösen Entzündungen aus und senden Schmerzsignale an das Gehirn. NSAIDs wirken, indem sie die Produktion dieser alarmauslösenden Stoffe blockieren. Weniger Alarme bedeuten weniger Entzündung und weniger Schmerz.
Die Risiken, über die wir zu wenig sprechen
Weil sie rezeptfrei erhältlich sind, halten viele NSAIDs für harmlos. Das sind sie nicht. Ihre blockierende Wirkung kann ernste Folgen haben, über die man Bescheid wissen sollte.
Das Magenproblem
Das ist die häufigste Nebenwirkung. Dieselben Prostaglandine, die Entzündungen fördern, bilden auch eine schützende Schleimschicht im Magen. Wenn NSAIDs sie blockieren, wird auch diese Schutzschicht dünner. Das kann zu Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und in schweren Fällen zu Geschwüren oder Magenblutungen führen. Deshalb ist die Einnahme zu einer Mahlzeit keine bloße Empfehlung, sondern notwendig.
Nieren- und Herzgesundheit
Langfristige, hochdosierte Einnahme kann die Durchblutung der Nieren beeinträchtigen und sie möglicherweise schädigen. Zudem kann sich laut verfügbaren Daten das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall leicht erhöhen. Aus diesem Grund werden sie bei bestehenden Herzproblemen oder Bluthochdruck in der Regel zurückhaltend verordnet.
Aspirin und Kinder: Eine wichtige Warnung
Dies ist eine grundlegende Sicherheitsregel: Geben Sie einem Kind oder Jugendlichen mit einer Viruserkrankung wie Grippe oder Windpocken kein Aspirin. Dies steht im Zusammenhang mit dem seltenen, aber schwerwiegenden Reye-Syndrom, das zu Schwellungen in Leber und Gehirn führen kann. Bei Schmerzen und Fieber bei Kindern sind Kinder-Paracetamol oder Ibuprofen die Mittel der Wahl, stets nach Dosieranleitung und idealerweise nach ärztlicher Rücksprache.
Die versehentliche Doppelung: Ein häufiger Fehler
Wie bei Paracetamol kann man auch bei NSAIDs leicht versehentlich zu viel einnehmen. Man nimmt etwa Ibuprofen gegen Kopfschmerzen und später ein Kombinationspräparat gegen Erkältung, das ebenfalls einen NSAID-Wirkstoff enthält. Plötzlich überschreitet man die sichere Tagesdosis. Dies ist ein klassischer Weg zu einer versehentlichen Überdosierung. Lesen Sie stets die Liste der Wirkstoffe auf der Verpackung.
Meine Grundregeln für die Einnahme
Diese Mittel sind wirksame Helfer, müssen aber verantwortungsvoll eingesetzt werden. Folgende Punkte sind für eine sichere Anwendung zu beachten:
- Niedrigste wirksame Dosis. Beginnen Sie mit der kleinsten Dosis, die Linderung bringt. Nehmen Sie nicht automatisch die Höchstdosis.
- Kürzeste mögliche Dauer. Nutzen Sie sie, um die akute Phase zu überbrücken. Eine wochenlange Einnahme sollte ärztlich begleitet werden.
- Immer zu einer Mahlzeit. Ohne Ausnahme. Ein Glas Milch oder eine Scheibe Brot ist besser als nichts. Schützen Sie die Magenschleimhaut.
- Eigenes Gesundheitsprofil beachten. Bei Magen-, Nieren- oder Herzproblemen oder in der Schwangerschaft ist eine Rücksprache mit dem Arzt vor der Einnahme wichtig. Im letzten Schwangerschaftsdrittel werden sie in der Regel nicht empfohlen.
NSAIDs sind wirksame Mittel, die wie jedes wirksame Werkzeug einen respektvollen Umgang erfordern.