Wichtige Fakten

  • Sonnenschutz sollte ein fester Bestandteil der täglichen Routine sein, ähnlich dem Zähneputzen. Ja, an jedem Tag.
  • Achten Sie auf drei entscheidende Angaben: „Breitbandschutz“, „LSF 30 oder höher“ und „wasserfest“. Das ist die Grundkombination.
  • Die meisten Menschen verwenden zu wenig. Die Teelöffel-Regel pro Körperpartie ist ein guter Richtwert. Seien Sie großzügig!
  • Make-up mit LSF ist kein Ersatz für richtigen Sonnenschutz. Es ist eine Ergänzung, aber nicht die Hauptanwendung.
  • Wolken schützen nicht ausreichend. Bis zu 80 % der UV-Strahlen durchdringen sie. Ein bewölkter Tag kann dennoch zu Sonnenbrand führen.

Die Ausreden, die ich kenne

Es ist bewölkt. Ich fahre nur kurz zum Laden. Ich habe bereits vorgebräunte Haut. Ich mag das Gefühl nicht auf der Haut. Kommt Ihnen das bekannt vor? Als Mutter, die schon versucht hat, einem zappelnden Kleinkind Sonnencreme aufzutragen, kenne ich jede Ausrede. Aus gesundheitlicher Sicht ist die Lage jedoch klar: Sonnenschäden sind real, sie summieren sich über die Jahre und sind größtenteils vermeidbar. Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Unser beste und einfachstes Mittel dagegen ist die Sonnencreme, die wir oft zu sparsam verwenden.

Lassen wir also die Ausreden beiseite und sprechen wir praktisch über die korrekte Anwendung. Es ist weniger kompliziert, als man denkt.

Das Etikett entschlüsselt

Das Regal mit Sonnenschutzmitteln kann mit Zahlen und Werbeversprechen überwältigend wirken. Vereinfachen wir es. Es kommt vor allem auf zwei Dinge an.

LSF (Lichtschutzfaktor)

Diese Zahl gibt an, wie gut Sie vor UVB-Strahlen geschützt sind – jenen Strahlen, die Sonnenbrand verursachen. Ein höherer Wert bedeutet mehr Schutz. In der Praxis gilt: LSF 30 ist das Minimum. LSF 50 ist noch besser. Alles darunter bietet nach aktuellem Kenntnisstand keinen ausreichenden Schutz.

Breitbandschutz (Broad Spectrum)

Dies ist genauso wichtig wie der LSF, wird aber oft übersehen. Das Sonnenlicht besteht aus unterschiedlichen Strahlenarten. UVB-Strahlen verursachen den Brand, doch UVA-Strahlen wirken langfristiger. Sie dringen tiefer ein, begünstigen vorzeitige Hautalterung (Falten, Pigmentflecken) und tragen zur Entstehung von Hautkrebs bei. „Breitbandschutz“ bedeutet, dass das Produkt sowohl vor UVA- als auch UVB-Strahlen schützt. Steht dieser Hinweis nicht auf der Flasche, lassen Sie sie besser im Regal stehen.

Der größte Fehler

Angenommen, Sie haben ein gutes Breitband-Sonnenschutzmittel mit LSF 50 gekauft. Das ist ein guter Anfang. Nun kommt der Punkt, an dem die meisten Anwender scheitern: die Menge. Ein kleiner Klecks auf der Nase und ein schneller Strich auf den Armen reichen nicht aus. Um den auf der Flasche angegebenen Schutz zu erreichen, muss das Mittel großzügig aufgetragen werden.

Die offizielle Empfehlung liegt bei etwa 30 Millilitern (ein volles Schnapsglas) für den gesamten Körper. Eine einfachere Merkhilfe ist die Teelöffel-Regel:

  • 1 Teelöffel für Gesicht und Hals
  • 1 Teelöffel für jeden Arm
  • 1 Teelöffel für jedes Bein
  • 1 Teelöffel für den vorderen Rumpf
  • 1 Teelöffel für den Rücken

Das wirkt viel. Denn es ist tatsächlich eine große Menge. Nur so wird der angegebene Schutz erreicht. Zudem muss der Schutz alle zwei Stunden erneuert werden, nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen entsprechend früher.

Ein Wort zu Sprays

Sonnensprays sind praktisch, besonders bei Kindern. Dennoch ist Vorsicht geboten. Es ist schwierig, mit einem Spray eine gleichmäßige und ausreichend dicke Schicht aufzutragen. Wind trägt einen Teil davon fort, und es entstehen Lücken. Mein Rat lautet daher: Tragen Sie das Spray so reichlich auf, dass die Haut sichtbar feucht ist, und verreiben Sie es anschließend gründlich mit den Händen wie eine Lotion. Nur so lässt sich eine vollständige Abdeckung sicherstellen.

Zur Gewohnheit machen

Der einzige Weg, Sonnenschutz konsequent anzuwenden, ist die Integration in die tägliche Routine. Stellen Sie die Flasche neben die Zahnbürsten. Morgens putzen Sie die Zähne und tragen dann Sonnencreme auf. An jedem Tag. Auch bei Bewölkung. Auch im Winter.

Es geht hier nicht um Eitelkeit oder darum, eine Bräune zu vermeiden. Dies ist eine grundlegende Gesundheitsmaßnahme, vergleichbar mit dem Anschnallen im Auto. Sie verhindern nicht nur den Sonnenbrand des Tages, sondern schützen langfristig die Hautgesundheit Ihrer Familie.