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Nierenerkrankung

Nierenerkrankung

Nierenerkrankung

Nierenerkrankungen umfassen verschiedene Krankheitsbilder, bei denen die Funktion der Nieren beeinträchtigt ist. Dadurch kann der Körper Abfallstoffe nicht mehr ausreichend filtern, Elektrolyte nicht mehr zuverlässig regulieren und den Flüssigkeitshaushalt nicht mehr stabil halten. Grundsätzlich wird zwischen einer akuten Nierenschädigung oder akuten Nierenverletzung, die oft reversibel ist, und einer chronischen Nierenerkrankung unterschieden, bei der die Nierenfunktion im Verlauf allmählich abnimmt. Dieser Leitfaden bietet einen allgemeinen Überblick über Nierenerkrankungen. Er ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie sich immer an eine qualifizierte medizinische Fachperson wenden.

Nierenerkrankung: Medizinische Informationen – kein Ersatz für ärztliche Beratung

Was ist eine Nierenerkrankung?

Eine Nierenerkrankung, auch als renale Erkrankung bezeichnet, liegt vor, wenn die Nieren geschädigt sind und ihre lebenswichtigen Aufgaben nicht mehr zuverlässig erfüllen können. Zu diesen Aufgaben gehören die Filterung des Blutes zur Entfernung von Abfallstoffen und überschüssiger Flüssigkeit, die anschließend über den Urin ausgeschieden werden, ebenso wie die Regulation des Blutdrucks, des Elektrolythaushalts und der Bildung roter Blutkörperchen.

Beschreibung der Erkrankung

Akute Nierenschädigung oder akute Nierenverletzung (AKI): Eine plötzlich einsetzende, häufig reversible Verschlechterung der Nierenfunktion, die sich innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen entwickelt. Auslöser sind meist eine verminderte Durchblutung der Nieren, eine direkte Schädigung des Nierengewebes oder ein Harnabflussstau.

Chronische Nierenerkrankung (CKD): Eine langfristige, fortschreitende Erkrankung, bei der die Nierenfunktion über Monate oder Jahre hinweg langsam abnimmt. In frühen Stadien verursacht die CKD oft keine spürbaren Beschwerden. Sie wird in fünf Stadien eingeteilt, die sich an der glomerulären Filtrationsrate orientieren, also an der Filterleistung der Nieren.

Ursachen

Die Ursachen von Nierenerkrankungen sind vielfältig und hängen davon ab, ob es sich um eine akute oder chronische Form handelt. Die Schädigung kann durch Grunderkrankungen, direkte Verletzungen des Nierengewebes oder durch Abflussstörungen im Harnsystem entstehen.

  • Diabetes mellitus: Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die kleinen Blutgefäße und die Filtereinheiten der Nieren, die sogenannten Nephrone. Das ist die häufigste Ursache einer chronischen Nierenerkrankung. Weitere Informationen zu Diabetes mellitus sind verfügbar.
  • Hypertonie oder Bluthochdruck: Unkontrollierter Bluthochdruck schädigt die Blutgefäße in den Nieren und beeinträchtigt ihre Filterfunktion. Hypertonie ist sowohl eine Ursache als auch eine mögliche Folge einer chronischen Nierenerkrankung. Weitere Informationen finden Sie unter Hypertonie.
  • Schwere Infektion oder Sepsis:

    Eine schwere systemische Infektion kann zu einem deutlichen Blutdruckabfall und zu einer verminderten Nierendurchblutung führen, was akute Schäden verursachen kann.

  • Direkte Nierenschädigung: Sie kann zum Beispiel durch Erkrankungen wie akute Pyelonephritis, also eine Nierenbeckenentzündung, durch Entzündungen wie Glomerulonephritis oder durch den Kontakt mit toxischen Substanzen einschließlich bestimmter Medikamente entstehen.
  • Harnwegsobstruktion:

    Abflussbehinderungen durch Nierensteine, eine vergrößerte Prostata oder Tumoren können dazu führen, dass Urin nicht mehr ungehindert aus den Nieren abfließt. Der entstehende Druck kann das Nierengewebe schädigen.

Risikofaktoren

Bestimmte Erkrankungen und Lebensstilfaktoren erhöhen das Risiko, eine Nierenerkrankung zu entwickeln, deutlich. Viele dieser Faktoren hängen eng miteinander zusammen und können sich gegenseitig verstärken.

  • Unkontrollierter Diabetes und unkontrollierte Hypertonie:

    Eine unzureichende Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für eine chronische Nierenerkrankung.

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

    Having poorly controlled hypertension is a major determinant of risk. This condition places the entire circulatory system, including the crucial blood supply to the kidneys, under constant mechanical stress, which accelerates wear and tear on the filtering units.

  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen: Häufige Harnwegsinfektionen, vor allem wenn sie auf die Nieren übergreifen, können im Laufe der Zeit Vernarbungen und bleibende Schäden verursachen.
  • Familienanamnese und genetische Faktoren:

    Eine familiäre Vorbelastung mit Nierenerkrankungen, polyzystischer Nierenerkrankung oder bestimmten genetischen Störungen erhöht das individuelle Risiko.

Hauptsymptome

Beschwerden bei Nierenerkrankungen treten oft erst auf, wenn bereits ein erheblicher Funktionsverlust vorliegt. Deshalb wird die Erkrankung häufig als still verlaufend beschrieben. Die Symptome unterscheiden sich zwischen akuten und chronischen Formen und werden meist deutlicher, je weiter die Nierenfunktion abnimmt.

  • Flüssigkeitsretention und Ödeme:

    Wenn die Nieren weniger Urin bilden und überschüssige Flüssigkeit nicht mehr ausreichend ausscheiden können, kommt es häufig zu Schwellungen, besonders an Beinen, Knöcheln, Füßen und im Bereich der Augen.

  • Müdigkeit und Schwäche:

    Diese Beschwerden können durch eine Anämie, also einen Mangel an roten Blutkörperchen, sowie durch die Ansammlung von Abfallstoffen im Blut entstehen.

  • Veränderungen beim Wasserlassen:

    Dazu gehören schäumender Urin als Hinweis auf Eiweiß, dunkler oder teeähnlich verfärbter Urin als möglicher Hinweis auf Blut, häufiges nächtliches Wasserlassen oder eine deutlich verminderte Urinmenge.

  • Anhaltender Juckreiz:

    Ein Anstieg von Phosphat und anderen Abfallstoffen im Blut kann ausgeprägten, generalisierten Juckreiz verursachen.

  • Metallischer Geschmack und ammoniakartiger Atem:

    Wenn sich Abfallstoffe im Körper ansammeln, kann dies zu einem dauerhaft schlechten Geschmack im Mund, Appetitlosigkeit und einem Atemgeruch führen, der an Ammoniak erinnert.

Wichtige Warnsignale

Die folgenden Symptome können auf eine schwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion oder auf andere ernsthafte Erkrankungen hinweisen und müssen umgehend medizinisch abgeklärt werden.

  • Anurie oder stark verminderte Urinmenge:

    Wenn kaum noch oder gar kein Urin ausgeschieden wird, kann das auf ein akutes Nierenversagen oder eine schwere Abflussstörung hinweisen. Das ist ein medizinischer Notfall.

  • Plötzlich starke Flüssigkeitsüberlastung:

    Eine rasch auftretende ausgeprägte Schwellung, Atemnot durch Flüssigkeit in der Lunge oder schwere Atembeschwerden erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

  • Zeichen einer urämischen Enzephalopathie:

    Verwirrtheit, Krampfanfälle, starke Schläfrigkeit oder Koma können entstehen, wenn sich bei fortgeschrittenem Nierenversagen giftige Stoffwechselprodukte auf das Gehirn auswirken.

  • Brustschmerzen oder schwere Hypertonie:

    Nierenerkrankungen können gefährliche Blutdruckanstiege oder Elektrolytstörungen verursachen, die das Herz belasten.

  • Sichtbares Blut im Urin:

    Makroskopisch sichtbares Blut im Urin, besonders wenn gleichzeitig Schmerzen bestehen, sollte rasch untersucht werden, um Infektionen, Steine oder Tumoren auszuschließen.

Diagnoseverfahren

Die Diagnose stützt sich auf die Anamnese, die körperliche Untersuchung, Laborwerte und bildgebende Verfahren. Eine frühe Erkennung ist besonders bei chronischen Nierenerkrankungen entscheidend, weil sie helfen kann, das Fortschreiten zu verlangsamen.

  • Blutuntersuchungen mit Serumkreatinin und eGFR:

    Serumkreatinin ist ein Abfallstoff, der im Blut gemessen wird. Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, kurz eGFR, wird unter anderem aus dem Kreatininwert berechnet und ist der wichtigste Marker zur Beurteilung der Nierenfunktion und des Stadiums einer chronischen Nierenerkrankung.

  • Urinuntersuchungen wie Urinstatus und Albumin-Kreatinin-Quotient:

    Bei der Urinuntersuchung wird unter anderem nach Eiweiß, Blut und weiteren Auffälligkeiten gesucht. Der Albumin-Kreatinin-Quotient, kurz ACR, misst die Menge an Albumin im Urin und ist ein zentraler Hinweis auf eine Nierenschädigung.

  • Bildgebende Verfahren:

    Ein Ultraschall wird häufig eingesetzt, um Größe und Struktur der Nieren zu beurteilen sowie Abflussstörungen, Steine oder Zysten zu erkennen. Für genauere Informationen können zusätzlich CT- oder MRT-Untersuchungen sinnvoll sein.

  • Nierenbiopsie:

    In bestimmten Fällen wird eine kleine Gewebeprobe aus der Niere entnommen und mikroskopisch untersucht, um Ursache und Ausmaß der Schädigung genauer zu bestimmen.

Behandlungsoptionen

Die Behandlung zielt darauf ab, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln, Beschwerden zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und Komplikationen zu verhindern. Das Vorgehen unterscheidet sich deutlich zwischen akuter und chronischer Nierenerkrankung. Wichtiger Warnhinweis: Medikamentendosierungen müssen, besonders bei Wirkstoffen, die über die Nieren ausgeschieden werden, sorgfältig ärztlich angepasst werden. Das betrifft auch viele häufig verwendete Schmerzmittel und Antibiotika. So lässt sich eine gefährliche Anreicherung im Körper vermeiden.
  • Blutdruckkontrolle: Die Behandlung eines erhöhten Blutdrucks ist von zentraler Bedeutung. Häufig werden ACE-Hemmer oder ARB eingesetzt, da sie die Nierenfunktion schützen können. Ein Leitfaden zu Blutdruckmedikamenten ist verfügbar. Weitere Informationen finden Sie in der Kategorie für Blutdruckmedikamente.
  • Blutzuckerkontrolle: Bei Menschen mit Diabetes ist eine gute Blutzuckereinstellung entscheidend, um weitere Nierenschäden zu verlangsamen. Dazu können Medikamente wie Metformin gehören, wobei die Dosierung an die Nierenfunktion angepasst werden muss.
  • Diuretika zur Flüssigkeitskontrolle: Arzneimittel wie Furosemid (Lasix) helfen dem Körper, überschüssige Flüssigkeit auszuscheiden und Schwellungen zu verringern. Weitere Informationen zu Diuretika sind verfügbar.
  • Dialyse:

    Bei der Dialyse werden Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit künstlich aus dem Blut entfernt, wenn die Nieren diese Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen können. Die beiden Hauptformen sind Hämodialyse und Peritonealdialyse.

  • Nierentransplantation:

    Dabei wird eine gesunde Spenderniere operativ eingesetzt. Für geeignete Patientinnen und Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz gilt dies oft als die beste Behandlungsoption.

Sofortmaßnahmen

Auch wenn medizinische Begleitung unverzichtbar ist, können bestimmte Maßnahmen die Nierengesundheit unterstützen, vor allem bei Menschen mit erhöhtem Risiko oder in frühen Krankheitsstadien.

  • Bei Warnzeichen sofort medizinische Hilfe suchen:

    Wie oben beschrieben, erfordern Beschwerden wie fehlende Urinausscheidung, schwere Atemnot oder Verwirrtheit eine umgehende Notfallversorgung.

  • Medikamente mit einer medizinischen Fachperson überprüfen: Besprechen Sie alle Arzneimittel, auch frei verkäufliche NSAR wie Diclofenac, Toradol oder Etodolac, damit beurteilt werden kann, ob sie für Ihre Nierenfunktion geeignet sind.
  • Nierenschonende Ernährung:

    Eine nierenfreundliche Ernährung umfasst in vielen Fällen die Begrenzung von Natrium, Kalium und Phosphor sowie in späteren Stadien auch von Eiweiß. Eine Beratung durch eine auf Nierenerkrankungen spezialisierte Ernährungsfachkraft kann sinnvoll sein.

  • Ausreichend trinken, aber Überwässerung vermeiden:

    Trinken Sie ausreichend Wasser, sofern Ihre Ärztin oder Ihr Arzt keine andere Empfehlung gibt. Bei fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung kann in bestimmten Fällen eine Flüssigkeitsbegrenzung notwendig sein.

Strategien zur Risikoreduktion

Vorbeugende Maßnahmen konzentrieren sich vor allem auf die Kontrolle der Erkrankungen, die zu Nierenschäden führen können, sowie auf einen gesunden Lebensstil. Prävention ist besonders wichtig für Menschen mit bekannten Risikofaktoren.

  • Grunderkrankungen konsequent behandeln:

    Eine sorgfältige Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker ist die wirksamste Maßnahme, um einer chronischen Nierenerkrankung vorzubeugen oder ihr Fortschreiten zu verlangsamen.

  • Gesundes Körpergewicht und regelmäßige Bewegung:

    Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes und Hypertonie. Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt die Kontrolle dieser Erkrankungen.

  • Nephrotoxische Substanzen vermeiden:

    Frei verkäufliche Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR sollten nur sparsam und entsprechend der Empfehlung verwendet werden. Illegale Drogen sollten vermieden und die Belastung durch Umweltgifte möglichst reduziert werden.

  • Nicht rauchen:

    Rauchen schädigt die Blutgefäße, verringert die Nierendurchblutung und kann das Fortschreiten einer Nierenerkrankung beschleunigen.

Möglichkeiten der Prävention

Bei Personen mit erhöhtem Risiko ist eine vorausschauende medizinische Begleitung ein wichtiger Teil der Prävention.

  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen:

    Menschen mit Diabetes, Hypertonie oder einer familiären Vorbelastung für Nierenerkrankungen sollten ihre Nierenfunktion einmal jährlich kontrollieren lassen. Dazu gehören in der Regel die eGFR im Blut und der Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin.

  • Impfungen:

    Ein aktueller Impfschutz, zum Beispiel gegen Influenza und Pneumokokken, kann helfen, schwere Infektionen zu verhindern, die die Nieren zusätzlich belasten könnten.

  • Harnwegsinfektionen und andere Infektionen frühzeitig behandeln:

    Eine rasche und angemessene Behandlung von Harnwegsinfektionen und anderen Infektionen kann verhindern, dass sich die Entzündung auf die Nieren ausbreitet oder eine systemische Entzündungsreaktion auslöst.

Eine akute Nierenschädigung oder akute Nierenverletzung entwickelt sich plötzlich innerhalb von Stunden oder Tagen und ist häufig reversibel, wenn die Ursache rasch behandelt wird. Auslöser können zum Beispiel starke Austrocknung, eine schwere Infektion oder toxische Einwirkungen sein. Die chronische Nierenerkrankung dagegen entwickelt sich langsam über Monate oder Jahre und ist in der Regel nicht rückgängig zu machen. Häufige Ursachen sind langjähriger Diabetes und Bluthochdruck.

Das hängt von der Form der Erkrankung ab. Eine akute Nierenschädigung kann sich oft bessern, wenn die Ursache früh erkannt und behandelt wird. Die chronische Nierenerkrankung verläuft meist fortschreitend und ist in der Regel nicht heilbar. Mit einer geeigneten Behandlung lässt sich das Fortschreiten jedoch oft deutlich verlangsamen, und Beschwerden können gezielt behandelt werden.

Nichtsteroidale Antirheumatika können die Durchblutung der Nieren verringern und das Nierengewebe direkt schädigen, besonders bei häufiger Anwendung, hohen Dosen oder bereits eingeschränkter Nierenfunktion. Dadurch kann eine akute Schädigung ausgelöst oder eine chronische Erkrankung beschleunigt werden. Vor einer regelmäßigen Einnahme sollte deshalb immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Eine nierenfreundliche Ernährung zielt darauf ab, die Aufnahme von Natrium, Kalium, Phosphor und teilweise auch Eiweiß zu kontrollieren. Das kann die Nieren entlasten, den Blutdruck stabilisieren und die Ansammlung von Abfallstoffen verringern. Welche Einschränkungen sinnvoll sind, hängt vom Stadium der Erkrankung ab und sollte individuell mit einer Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.

Erwachsene ohne erkennbare Risikofaktoren sollten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob und wann eine Kontrolle sinnvoll ist. Menschen mit wesentlichen Risikofaktoren wie Diabetes, Hypertonie, familiärer Vorbelastung oder einem Alter über 60 Jahren sollten ihre Nierenfunktion in der Regel einmal jährlich überprüfen lassen. Dazu gehören meist ein Bluttest zur Bestimmung der eGFR und ein Urintest auf Albumin.

Zusätzliche Informationen

Historischer Kontext: Das Verständnis von Nierenversagen und seiner Behandlung hat sich im Laufe der Zeit stark weiterentwickelt. Die erste erfolgreiche langfristige Dialysebehandlung wurde in den 1940er Jahren durchgeführt, und die erste erfolgreiche Nierentransplantation beim Menschen fand 1954 statt. Diese Meilensteine haben eine früher oft tödlich verlaufende Erkrankung für viele Menschen in eine behandelbare chronische Krankheit verwandelt.

Wichtiger Hinweis zur Dosierung von Medikamenten: Die Nieren sind an der Ausscheidung vieler Arzneimittel beteiligt. Bei einer Nierenerkrankung ist diese Ausscheidung oft eingeschränkt, sodass selbst Standarddosen zu einer toxischen Anreicherung führen können. Deshalb sind Dosisanpassungen bei Antibiotika, Schmerzmitteln und vielen anderen häufig eingesetzten Medikamenten besonders wichtig und müssen von medizinischen Fachpersonen mit Erfahrung in der renalen Pharmakologie gesteuert werden.

Die Verbindung zwischen Herz und Nieren: Zwischen Herz und Nieren besteht eine enge wechselseitige Beziehung, die oft als kardiorenales Syndrom bezeichnet wird. Herzerkrankungen können die Nieren schädigen, indem sie die Durchblutung verringern. Umgekehrt kann eine Nierenerkrankung Herzprobleme verursachen oder verschlechtern, etwa durch Flüssigkeitsüberlastung, Hypertonie und Gefäßverkalkung. Deshalb muss bei der Behandlung der einen Erkrankung immer auch die andere mitgedacht werden.

Nierenerkrankungen sind ein ernstes Gesundheitsproblem und reichen von akuten, potenziell reversiblen Schädigungen bis hin zu chronischen, fortschreitenden Funktionsverlusten. Dass frühe Stadien häufig unauffällig verlaufen, zeigt, wie wichtig eine rechtzeitige Untersuchung bei Risikopersonen ist. Eine wirksame Behandlung beruht vor allem auf der konsequenten Kontrolle von Grunderkrankungen wie Diabetes und Hypertonie, dem Vermeiden nephrotoxischer Substanzen sowie dem Einhalten medizinischer und ernährungsbezogener Empfehlungen. Während fortgeschrittene Stadien häufig intensive Verfahren wie Dialyse oder Transplantation erfordern, kann eine frühe Diagnose mit gezielter Behandlung den Verlauf deutlich verlangsamen und die Lebensqualität erhalten. Alle Therapieentscheidungen sollten gemeinsam mit einer qualifizierten medizinischen Fachperson getroffen werden.

Referenzen und medizinische Quellen

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