Was ist Prostatakrebs?
Prostatakrebs ist eine bösartige Erkrankung der Prostata, einer kleinen, walnussförmigen Drüse des Mannes, die einen Teil der Samenflüssigkeit produziert. Die Erkrankung entsteht, wenn normale Zellprozesse aus dem Gleichgewicht geraten und sich Zellen abnormal und unkontrolliert vermehren.
Beschreibung der Erkrankung
Prostatakrebs entsteht meist in den Drüsenzellen der Prostata und wird in den meisten Fällen als Adenokarzinom eingeordnet. Charakteristisch ist sein sehr unterschiedliches biologisches Verhalten. Viele Tumoren wachsen langsam und werden möglicherweise nie lebensbedrohlich. Andere verlaufen deutlich aggressiver. Wichtig ist die klare Abgrenzung zu gutartigen oder entzündlichen Prostataerkrankungen. So handelt es sich bei Prostatitis um eine Entzündung der Prostata, häufig infolge einer Infektion, während die benigne Prostatahyperplasie, also BPH, eine nicht krebsbedingte Vergrößerung darstellt. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich die Beschwerden überschneiden können, die Ursachen und Behandlungen aber unterschiedlich sind.
Ursachen
Die genaue Ursache von Prostatakrebs ist bisher nicht eindeutig geklärt. Nach heutigem medizinischem Verständnis entsteht die Erkrankung durch ein Zusammenspiel genetischer Veränderungen in Prostatazellen sowie weiterer Umwelt- und Lebensstilfaktoren. Diese Veränderungen führen dazu, dass Zellen sich unkontrolliert vermehren und länger überleben als gesunde Zellen. So kann ein Tumor entstehen, der mit der Zeit in benachbartes Gewebe einwächst oder sich in andere Körperregionen ausbreitet.
-
Genetische und zelluläre Veränderungen:
Auslöser sind Veränderungen im Erbgut einzelner Prostatazellen. Diese Mutationen können vererbt oder im Laufe des Lebens erworben werden. Betroffen sind unter anderem Gene, die Zellwachstum, Zellteilung und Reparaturmechanismen steuern, etwa Tumorsuppressorgene wie BRCA1 oder BRCA2 sowie andere krebsrelevante Signalwege.
-
Hormonelle Einflüsse:
Androgene, also männliche Geschlechtshormone wie Testosteron, fördern das Wachstum vieler Prostatakrebszellen. Der Tumor kann diese Hormone gewissermaßen als Wachstumsantrieb nutzen. Darauf beruht auch der Einsatz der Androgendeprivationstherapie, also der Hormontherapie, bei bestimmten Krankheitsverläufen.
Risikofaktoren
Auch wenn die Ursachen vielschichtig sind, gibt es bestimmte nicht beeinflussbare Merkmale, die das statistische Risiko deutlich erhöhen. Das Wissen über diese Faktoren ist wichtig, um informierte Entscheidungen über Vorsorge und Abklärung treffen zu können.
-
Alter:
Das Risiko steigt deutlich ab dem 50. Lebensjahr. Etwa 60 Prozent der Fälle werden bei Männern im Alter von 65 Jahren oder älter diagnostiziert.
-
Ethnische Herkunft:
Afroamerikanische Männer haben weltweit eine besonders hohe Erkrankungsrate. Im Vergleich zu weißen Männern ist auch das Sterberisiko deutlich erhöht.
-
Familienanamnese und Genetik:
Wenn Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt sind, erhöht sich das Risiko deutlich. Es steigt weiter, wenn mehrere nahe Verwandte betroffen sind oder wenn die Diagnose in jüngeren Jahren gestellt wurde. Auch vererbte genetische Veränderungen, etwa in BRCA-Genen, können das Risiko erhöhen.
