Pharmakologische Eigenschaften
Im Gegensatz zu konjugierten equinen Östrogenen (aus Stutenharn) enthält Estrace synthetisch hergestelltes, aber chemisch mit dem menschlichen Hormon identisches 17β-Estradiol. Dies ermöglicht eine physiologische Substitution des Hormondefizits.
Wirkmechanismus
Estradiol diffundiert durch die Zellmembran und bindet an spezifische nukleare Östrogenrezeptoren (ERα und ERβ). Dieser Komplex reguliert die Genexpression in verschiedenen Zielgeweben.
Vereinfacht erklärt: Das Medikament ersetzt das fehlende körpereigene Hormon und signalisiert dem Körper (z. B. Gehirn, Knochen, Urogenitaltrakt), dass wieder ausreichend Östrogen vorhanden ist. Dadurch werden Hitzewallungen reduziert und die Schleimhautregeneration gefördert.
Systemisch vs. Topisch
Es ist klinisch essenziell zwischen den Darreichungsformen zu unterscheiden:
- Tabletten (Systemisch): Wirken im gesamten Körper. Sie lindern Hitzewallungen und schützen die Knochen, bergen aber höhere Risiken für Thrombosen und Brustkrebs.
- Vaginalcreme (Lokal): Dient primär der Behandlung von Scheidentrockenheit (atrophische Vaginitis). Obwohl die Aufnahme in den Blutkreislauf geringer ist als bei Tabletten, findet eine systemische Absorption statt, weshalb auch hier Gegenanzeigen beachtet werden müssen.

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