Die Teilnahme an routinemäßigen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen in den USA ist deutlich zurückgegangen. Laut einer aktuellen Umfrage der Prevent Cancer Foundation gibt nur etwa die Hälfte der Erwachsenen an, im vergangenen Jahr an Vorsorge oder Routinechecks teilgenommen zu haben. Experten warnen vor den Folgen dieser Entwicklung.
Angst vor der Diagnose als größte Barriere
Die Early-Detection-Umfrage 2024, für die 7.000 Erwachsene befragt wurden, identifiziert Angst als zentrales Hindernis. Fast drei Viertel der Befragten gaben Ängste im Zusammenhang mit Krebs-Screenings zu. 36 Prozent fürchteten konkret, eine Krebsdiagnose zu erhalten, und viele in dieser Gruppe betrachteten die Diagnose fälschlicherweise als ein Todesurteil.
„Screenings zu vermeiden, lässt das Risiko nicht verschwinden. Es gibt dem Krebs nur einen Vorsprung“, sagte Jody Hoyos, CEO der Stiftung. Dabei liege die 5-Jahres-Überlebensrate bei den meisten Krebsarten im Frühstadium bei etwa 90 Prozent.
Wissenslücken und falsche Einschätzungen
Neben der Angst offenbart die Studie erhebliche Wissensdefizite in der Bevölkerung. 43 Prozent der Befragten wussten nicht, dass sie überhaupt Früherkennungsuntersuchungen benötigen. 40 Prozent gaben an, keine Tests gemacht zu haben, weil sie keine Symptome verspürten, und ein weiteres Drittel lehnte Screenings ab, weil keine familiäre Vorgeschichte bekannt war.
- Nur 36 Prozent berichteten von aktuellen Hautkrebschecks.
- Nur 32 Prozent priorisierten Untersuchungen auf Hodenkrebs.
- Ein Lichtblick sind Brustkrebsscreenings, bei denen 65 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen auf dem neuesten Stand waren.
Ansatzpunkte für eine höhere Teilnahme
Die Umfrage zeigt auch mögliche Lösungswege auf. 61 Prozent der Befragten würden auf Erinnerungssysteme reagieren, und 51 Prozent wünschen sich persönliche Ansprechpartner, die sie durch den Prozess führen. Für 32 Prozent sind die Kosten eine entscheidende Barriere.
Fachleute betonen, dass es nicht nur um Aufklärung, sondern auch um niedrigschwellige Zugänge geht. Das Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem sei gestiegen, was eine vertrauensbasierte Ansprache notwendig mache. Ziel müsse es sein, die natürliche Angst vor einer Diagnose durch die empowernde Wirkung von Früherkennung zu überwinden.