Wissenslücke zu Alkohol und Krebsrisiko

Weniger als die Hälfte der Erwachsenen in den USA ist sich bewusst, dass der Konsum von Alkohol – egal ob Bier, Cocktail oder Spirituosen – das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen kann. Diese Erkenntnis besteht trotz jahrelanger Aufklärungskampagnen im Gesundheitswesen.

Eine landesweite Befragung des Annenberg Public Policy Center macht diese Wissenslücke deutlich. Patrick Jamieson, der Direktor des Zentrums, merkt an, dass Botschaften zu Gesundheitsrisiken durch Alkohol mit großen Herausforderungen konfrontiert sind. „Jahrzehnte des strategischen Marketings und überwiegend positive Darstellungen von Alkohol in den Medien stellen ein erhebliches Hindernis dar“, so Jamieson.

Verbreitung von Alkoholkonsum und Unwissenheit

Nach Angaben der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC trinkt mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung regelmäßig Alkohol. Etwa 17 % gelten als Rauschtrinker, 6 % als starke Konsumenten. Rauschtrinken wird definiert als der Konsum von vier oder mehr alkoholischen Getränken innerhalb von zwei Stunden bei Frauen beziehungsweise fünf oder mehr bei Männern.

Obwohl die CDC klarstellt, dass eine Reduzierung oder der Verzicht auf Alkohol das Krebsrisiko senken kann, scheint diese Information nicht allgemein bekannt zu sein. Die Umfrage ergab, dass sechs von zehn Erwachsenen die Krebsrisiken bei regelmäßigem Alkoholkonsum nicht kannten. 40 % der Befragten waren unsicher, ob ein Zusammenhang besteht. 20 % gaben fälschlicherweise an, Alkohol habe keinen Einfluss auf das Krebsrisiko oder könne es sogar verringern.

Einfluss kultureller Faktoren

Die öffentliche Wahrnehmung wurde über Jahre durch kulturelle Einflüsse geprägt, die Alkoholkonsum oft positiv darstellen. Von Werbung bis zu sozialen Normen – diese Faktoren können die gesundheitlichen Risiken in den Hintergrund treten lassen. Jamieson betont, dass für eine Änderung der öffentlichen Einstellung mehr nötig sei als die Verbreitung von Fakten.

Für die im September durchgeführte Umfrage wurden 1.744 Erwachsene in den gesamten USA befragt. Fachleute im öffentlichen Gesundheitswesen weisen darauf hin, dass zur Schließung dieser Wissenslücke klare Botschaften und gezielte Maßnahmen erforderlich sind. Diese müssten der allgegenwärtigen Normalisierung von Alkohol in der Werbung entgegenwirken.

Perspektive und Handlungsempfehlungen der Behörden

Für Personen, die ihr Risiko verringern möchten, ist die Empfehlung der CDC eindeutig: weniger oder gar keinen Alkohol trinken. Die Verbreitung dieses Wissens und möglicher Verhaltensänderungen hängt nach Einschätzung von Experten davon ab, nicht nur Informationen zu vermitteln, sondern auch das gesellschaftliche Bild von Alkohol zu hinterfragen. Nach aktuellem Kenntnisstand ist ein großer Teil der Bevölkerung weiterhin nicht ausreichend über die mit Alkoholkonsum verbundenen gesundheitlichen Gefahren informiert.