Für Patienten mit bestimmten Formen von Asthma oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) könnte ein injizierbares Medikament eine neue Behandlungsoption darstellen. Eine Studie im Fachjournal The Lancet Respiratory Medicine untersuchte den monoklonalen Antikörper Benralizumab bei akuten Krankheitsschüben.
Behandlung zielt auf eosinophile Entzündung ab
Der Wirkstoff Benralizumab, bereits für schweres eosinophiles Asthma zugelassen, zielt auf bestimmte weiße Blutkörperchen (Eosinophile) ab, die bei einem Teil der Patienten eine zentrale Rolle in der Entzündungsreaktion der Atemwege spielen. In der Studie wurde seine Wirksamkeit bei der Behandlung akuter Schübe mit der Standardtherapie mit dem oralen Kortikosteroid Prednisolon verglichen.
Signifikante Reduktion von Exazerbationen beobachtet
Die Patienten wurden in Gruppen eingeteilt, die entweder Benralizumab, Prednisolon oder eine Kombination aus beidem erhielten. Die Ergebnisse zeigten, dass in der Gruppe mit dem Antikörper viermal weniger erneute Krankheitsschübe auftraten als in der Gruppe, die nur mit Steroiden behandelt wurde. Zudem verschlechterten sich die Symptome wie Atemnot und Husten langsamer.
Die Autoren der Studie führen diesen Effekt auf den gezielteren Wirkmechanismus zurück, der die für die Exazerbationen verantwortlichen Eosinophilen adressiert, anstatt das Immunsystem breit zu unterdrücken. Die Studie reiht sich ein in die aktuellen Fortschritte und neuen Herausforderungen in der medizinischen Forschung.
Fazit und weiterer Forschungsbedarf
Die Studienergebnisse deuten auf ein Potenzial für eine präzisere Therapieoption bei Patienten hin, deren Asthma oder COPD durch eosinophile Entzündungen getrieben wird. Die Behandlung könnte eine Alternative oder Ergänzung zu systemischen Kortikosteroiden darstellen, deren längerfristige Anwendung mit bekannten Nebenwirkungen verbunden ist.
Es handelt sich um erste vielversprechende Ergebnisse. Weitere größere Studien sind notwendig, um die Langzeitwirkung und Sicherheit genauer zu bewerten und den genauen Stellenwert dieser Therapie in den Behandlungsleitlinien zu definieren.