Niedrige Impfquoten bei Erwachsenen

Die Impfquoten gegen Grippe, COVID-19 und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) bei Erwachsenen in den USA sind in dieser Saison nach einem Bericht der Gesundheitsbehörde CDC vergleichsweise niedrig. Bis zum 9. November hatten 35 % der Erwachsenen eine aktuelle Grippeimpfung erhalten. Für den neuen COVID-19-Impfstoff lag die Quote bei 18 %. Nach CDC-Angaben beabsichtigt ein Teil der noch Ungeimpften, sich impfen zu lassen. Die Behörde weist darauf hin, dass eine Impfung weiterhin möglich ist.

Vergleich zu früheren Daten und Empfehlungen

Die aktuellen Grippeimpfquoten entsprechen grundsätzlich denen vom Oktober des Vorjahres. Bis Ende 2023 waren fast 44 % der US-Bevölkerung gegen Grippe geimpft. Die COVID-19-Impfquoten bewegen sich nach verfügbaren Daten auf ähnlichem Niveau wie im November 2023, mit einer Quote von etwa 15 %. Die CDC empfiehlt die Grippe- und COVID-19-Impfung für alle Personen ab einem Alter von sechs Monaten.

Der Bericht erscheint vor dem Hintergrund einer kritischen Diskussion um Impfungen in den USA. Die kürzliche Nominierung des Impfkritikers Robert F. Kennedy Jr. zum Gesundheitsminister durch den gewählten Präsidenten Donald Trump hat in der Fachwelt Besorgnis ausgelöst. Kinderärzte und Experten des öffentlichen Gesundheitswesens sehen darin ein Risiko für eine sinkende Impfbereitschaft.

Besondere Risiken für vulnerable Gruppen

Nach Einschätzung der CDC stellen Grippe, COVID-19 und RSV ein erhöhtes Risiko für Personen ab 65 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen und für kleine Kinder dar. In der Grippesaison 2023–2024 verstarben mehr als 200 Kinder an der Influenza. Bei 80 % dieser Todesfälle waren die Kinder nicht geimpft.

Besonders niedrig sind die Impfquoten in Pflegeheimen. Bis zum 10. November waren dort nur 30 % der Bewohner mit dem aktuellen COVID-19-Impfstoff geimpft. Die Quote für den RSV-Impfstoff lag bei 18 %. Gegen Grippe waren 58 % der Heimbewohner geimpft, weniger als im Vorjahr. Die CDC sieht die Leitung und das Personal der Einrichtungen in der Pflicht, durch Aufklärung über Sicherheit und Nutzen der Impfungen diese Lücken zu schließen.

Positive Entwicklung bei RSV-Impfungen

Ein Fortschritt zeigt sich bei der Akzeptanz der RSV-Impfung bei älteren Erwachsenen. Seit der ersten Zulassung eines Impfstoffs im Jahr 2023 ist die Impfquote unter Pflegeheimbewohnern von unter 7 % auf fast 18 % gestiegen. In der Altersgruppe ab 75 Jahren stieg die Quote von 30 % im Juni auf fast 40 % bis November. Ein ähnlicher Anstieg zeigt sich bei Personen zwischen 60 und 74 Jahren.

Im Gegensatz zu Grippe- и COVID-19-Impfungen handelt es sich beim RSV-Impfstoff um eine einmalige Impfung. Sie wird für Personen ab 60 Jahren mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe empfohlen. Zum Schutz von Säuglingen empfiehlt die CDC entweder die Impfung während der Schwangerschaft oder eine Antikörperbehandlung für Neugeborene.

Fazit der Gesundheitsbehörde

Die aktuellen Daten unterstreichen nach Ansicht von Fachleuten die Notwendigkeit, Zugangshürden zu Impfungen abzubauen und Fehlinformationen entgegenzuwirken. Da Grippe, COVID-19 und RSV weiterhin eine Gefahr für vulnerable Gruppen darstellen, bleibt die Impfung in der medizinischen Praxis ein wichtiges Mittel, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.