Für Patienten mit Bluthochdruck, der sich durch Medikamente nicht kontrollieren lässt, gibt es eine neue Behandlungsoption. Das Verfahren der renalen Denervation, bei dem überaktive Nerven an den Nierenarterien verödet werden, erhielt kürzlich die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA.
Prinzip und Ziel des Eingriffs
Die renale Denervation ist ein minimal-invasiver kathetergestützter Eingriff. Dabei werden die Nervenfasern rund um die Nierenarterien mittels Ultraschall oder Radiofrequenzenergie behandelt. Diese Nerven sind an der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Die Unterbrechung ihrer Signale kann zu einer anhaltenden Senkung der Werte führen.
Der Eingriff zielt nicht auf eine Heilung der Hypertonie ab, sondern bietet eine ergänzende Therapie für ausgewählte Patientengruppen. In klinischen Studien wurde eine durchschnittliche Blutdrucksenkung von etwa 8 bis 10 mmHg gemessen.
Für wen kommt das Verfahren in Frage?
Die American Heart Association sieht die renale Denervation als Option für Patienten mit sogenannter therapieresistenter Hypertonie. Dies liegt vor, wenn der Blutdruck trotz Einnahme von drei oder mehr unterschiedlichen Blutdruckmedikamenten in optimaler Dosierung weiterhin erhöht bleibt.
Vor einer Behandlung ist eine sorgfältige medizinische Evaluierung notwendig. Patienten mit bestimmten Nierenerkrankungen oder verengten Nierenarterien sind für den Eingriff nicht geeignet. Die Langzeitergebnisse und die Dauerhaftigkeit des Effekts werden weiter untersucht.
Die Methode stellt einen neuen Ansatz im Management einer chronischen Erkrankung dar, die ein Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen ist.