Neue Studie zu langfristigen Effekten des Intervallfastens
Intervallfasten wird mit Gewichtsreduktion und Blutdrucksenkung in Verbindung gebracht. Nach aktuellen Forschungsergebnissen könnte eine langfristige Praxis jedoch Risiken für die Herzgesundheit bergen. Eine Studie der Shanghai Jiao Tong University School of Medicine, die auf einer Tagung der American Heart Association vorgestellt wurde, weist auf einen möglichen Zusammenhang hin. Personen, die täglich in einem Zeitfenster von weniger als acht Stunden aßen, zeigten über einen Acht-Jahres-Zeitraum ein erhöhtes Risiko für kardiovaskulären Tod im Vergleich zu Personen mit einem Essensfenster von 12 bis 16 Stunden.
Datenbasis und methodische Einschränkungen
Die Untersuchung, die noch keinem Peer-Review unterzogen wurde, analysierte Daten der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey. Grundlage waren die Angaben von etwa 20.000 Erwachsenen. Der Koautor der Studie, Victor Wenze Zhong, rät zu einer vorsichtigen Interpretation. Kurzfristig könne die Praxis Vorteile für Gewicht und Herzgesundheit bringen, langfristige Auswirkungen müssten jedoch genauer geprüft werden.
Verschiedene Fasten-Regime und physiologische Mechanismen
Die Methoden des Intervallfastens variieren. Beim täglichen zeitlich begrenzten Essen wird die Nahrungsaufnahme auf wenige Stunden konzentriert. Bei der „5:2-Diät“ wird an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche die Kalorienzufuhr stark reduziert. Ein diskutierter Mechanismus für das potenzielle Risiko ist der Verlust fettfreier Körpermasse, der mit einem höheren kardiovaskulären Risiko verbunden sein kann.
Experten, die nicht an der Studie beteiligt waren, nennen weitere Erklärungsansätze. Dr. Benjamin Horne vom Intermountain Health verweist auf die Möglichkeit, dass erhöhte Stresshormone während des Fastens kurzfristige Herzrisiken steigern könnten. Langfristig sieht er jedoch grundsätzlich Vorteile durch das Fasten.
Diskussion in der Fachwelt
Ein Großteil der frühen Forschung zum Intervallfasten basierte auf Tierversuchen. Humanstudien sind erst in den letzten Jahren verstärkt durchgeführt worden. Die aktuelle Studie stützt sich auf selbstberichtete Daten, was von einigen Fachleuten kritisiert wird. Dr. Pam Taub von der UC San Diego Health argumentiert, dass die in der klinischen Praxis beobachteten Vorteile bei ihren Patientinnen und Patienten eine Fortführung der Methode rechtfertigen.
Die Ernährungsexpertin Penny Kris-Etherton von der Penn State University schlägt einen abwartenden Ansatz vor, bis mehr Informationen verfügbar sind. Nach aktuellem Kenntnisstand unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit einer ausgewogenen Betrachtung. Sie sollten sowohl den potenziellen Nutzen als auch die aufkommenden Bedenken hinsichtlich langfristiger kardiovaskulärer Risiken berücksichtigen.