Die chirurgische Entfernung des Tumors gilt bei Brustkrebs im Frühstadium seit langem als Standard. Eine kleinere klinische Studie stellt diesen Grundpfeiler nun infrage. Die Ergebnisse legen nahe, dass auf die Operation verzichtet werden könnte, wenn eine vorangehende Chemo- und Strahlentherapie den Tumor vollständig beseitigt hat.
Vollständiges Ansprechen auf nicht-chirurgische Therapie
In der im Fachjournal JAMA Oncology veröffentlichten Studie wurden 31 Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium über durchschnittlich 4,5 Jahre nachbeobachtet. Bei ihnen war nach einer präoperativen Chemotherapie und Strahlentherapie durch bildgebende Verfahren und Biopsien kein restlicher Tumor mehr nachweisbar. Sie unterzogen sich daraufhin keiner Operation, sondern wurden engmaschig kontrolliert und erhielten eine weitere Strahlentherapie.
Nach fünf Jahren war keine der 31 Patientinnen an einem Wiederauftreten des Krebses erkrankt. Alle waren weiterhin krebsfrei. Diese Ergebnisse deuten auf das Potenzial eines selektiven, operationsfreien Ansatzes hin.
Hintergrund und Studienansatz
Die Idee basiert auf der Beobachtung, dass moderne neoadjuvante Chemotherapien bei einem Teil der Patientinnen den Tumor vollständig zum Verschwinden bringen können. Bislang folgte auf diese medikamentöse Behandlung in der Regel dennoch die Operation, um mögliche verbliebene Krebszellen zu entfernen.
Die aktuelle Studie zielte darauf ab, mit präzisen Methoden genau diejenigen Patientinnen zu identifizieren, bei denen der Tumor tatsächlich komplett zerstört wurde. Nur bei diesem Nachweis wurde auf den chirurgischen Eingriff verzichtet.
Herausforderungen und weitere Forschung nötig
Die größte Herausforderung eines solchen Ansatzes liegt in der absolut zuverlässigen Identifikation von Patientinnen ohne Resttumor. Aktuelle Bildgebungsverfahren wie MRT oder Ultraschall weisen hierfür nach aktuellem Kenntnisstand eine zu hohe Fehlerrate auf, um als alleinige Entscheidungsgrundlage zu dienen. Die in der Studie verwendete Kombination aus Bildgebung und Biopsie muss sich in größeren Untersuchungen erst bewähren.
Die Studienautoren, darunter Dr. Henry Kuerer vom MD Anderson Cancer Center, bewerten die Ergebnisse als vielversprechenden ersten Hinweis. Sie weisen однако darauf hin, dass es sich um eine kleine Pilotstudie handelt. Bevor dieser Ansatz in der klinischen Praxis zur Standardoption werden könnte, müssen die Ergebnisse in größeren, randomisierten Studien bestätigt werden.
Die Forschung wurde bereits auf eine größere Patientinnengruppe ausgeweitet und soll in internationaler Kooperation validiert werden. Der Ansatz könnte langfristig für einen Teil der Betroffenen eine weniger invasive, aber ebenso wirksame Behandlungsalternative darstellen. Обсуждение новых подходов продолжается в медицинском сообществе, что отражено в aktuellen Diskussionen über sich wandelnde Trends in der Krebsbehandlung.