Für Menschen, die einen Schlaganfall überlebt haben, besteht ein Risiko, in der Folge an Epilepsie zu erkranken. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass die Wahl des Blutdruckmedikaments dieses Risiko beeinflussen könnte. Demnach scheinen bestimmte Wirkstoffe einer post-Schlaganfall-Epilepsie (PSE) vorzubeugen.

ARB-Medikamente mit dem geringsten assoziierten Risiko

Italienische Forscher analysierten die Daten von 528 Schlaganfall-Überlebenden mit Bluthochdruck. Etwa 7 % der Studienteilnehmer entwickelten in der Folge eine Epilepsie. Die Auswertung zeigte deutliche Unterschiede je nach eingenommener Medikamentenklasse zur Blutdrucksenkung.

Verglichen mit Patienten, die Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) einnahmen, war das Risiko für eine PSE bei anderen Wirkstoffgruppen signifikant erhöht:

  • Bei Betablockern und Kalziumkanalblockern war das Risiko mehr als verdoppelt.
  • Bei ACE-Hemmern und Diuretika war es um 60-65 % erhöht.

Die Autoren der Studie vermuten, dass ARB neben der Blutdrucksenkung zusätzliche Effekte wie die Verringerung von Entzündungen im Gehirn haben könnten, was das Anfallsrisiko senken würde.

Hinweis für die klinische Praxis, keine Therapieempfehlung

Die auf einer Fachkonferenz vorgestellten Ergebnisse sind nach aktuellem Kenntnisstand als wichtiger erster Hinweis zu werten. Es handelte sich um eine Beobachtungsstudie, die einen Zusammenhang zeigt, aber keine Ursache-Wirkung-Beziehung beweist. Die Ergebnisse müssen in größeren, prospektiven Studien überprüft werden.

Für behandelnde Ärzte unterstreicht die Studie die komplexen Wechselwirkungen von Medikamenten, insbesondere bei Patienten mit mehreren Erkrankungen. Die Wahl eines Blutdruckmedikaments sollte stets individuell und unter Abwägung aller Vorerkrankungen getroffen werden. Die Studiendaten allein rechtfertigen keine pauschale Änderung bestehender Therapien.