Die Diagnose von Asthma bei Kindern könnte präziser werden. Forscher haben einen nicht-invasiven Test entwickelt, der anhand eines einfachen Nasenabstrichs den immunologischen Subtyp der Erkrankung identifizieren kann. Dies könnte die Therapie zielgerichteter machen.
Prinzip: Genetische Analyse statt indirekter Marker
Bisher stützte sich die Einordnung des Asthmas oft auf indirekte Parameter wie Lungenfunktionstests oder Bluttests. Der neue Test analysiert direkt die Genexpression in Zellen der Nasenschleimhaut. Er sucht nach Mustern von acht Genen, die mit spezifischen Immunzell-Aktivitäten assoziiert sind.
So kann между тремя Haupt-Subtypen unterschieden werden: einem durch T-Helfer-2-Zellen getriebenen (T2-high), einem durch T-Helfer-17-Zellen verursachten (T17-high) и einem „Low-low“-Typ, bei dem keine der beiden Reaktionen dominiert.
Klinische Bedeutung für die personalisierte Therapie
Die genaue Subtypisierung ist klinisch relevant, da die verfügbaren zielgerichteten Biologika derzeit nur beim T2-high-Asthma wirksam sind. Der Test könnte helfen, genau die Kinder zu identifizieren, die von diesen teuren Therapien profitieren würden. In der Studie im Journal of the American Medical Association wurden 29 % der teilnehmenden Kinder diesem Subtyp zugeordnet.
Für die anderen Subtypen gibt es bislang keine spezifischen Biologika. Die Forscher hoffen, dass der Test als Werkzeug dienen kann, um die Entwicklung solcher Therapien für diese Gruppen voranzutreiben.
Vorteile und Forschungspotenzial
Der größte Vorteil liegt in der Nicht-Invasivität. Bisher war für eine definitive Typisierung oft eine Bronchoskopie unter Narkose nötig. Ein einfacher Abstrich ist deutlich schonender, besonders für Kinder.
Das Verfahren eröffnet zudem neue Forschungsmöglichkeiten. Es könnte helfen zu verstehen, warum sich der Verlauf von Asthma bei manchen Patienten in der Pubertät ändert oder ob sich der Subtyp im Laufe der Zeit oder durch Therapie verändern kann. Zunächst müssen die vielversprechenden Ergebnisse in weiteren Studien validiert werden, bevor der Test in die breite klinische Praxis Einzug halten kann.