Neuer Bluttest könnte Zulassung erhalten

Ein neuer Bluttest zur Erkennung von Darmkrebs könnte noch in diesem Jahr zugelassen werden. Dies könnte den Diagnoseprozess für die zweithäufigste Krebstodesursache in den USA verändern.

Der Test soll keine Koloskopien ersetzen, die derzeitige Standardmethode. Stattdessen soll er die Teilnahmeraten am Darmkrebs-Screening durch eine weniger invasive Option erhöhen.

Nach Angaben von Dr. William Grady, Gastroenterologe am Fred Hutchinson Cancer Center, werden bestehende Tests wie Koloskopien und Stuhltests wegen ihrer Umständlichkeit oft gemieden. Das unterstreicht den Bedarf an besser akzeptierbaren Testmethoden.

Eine kürzlich von Grady geleitete und im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie zeigt, dass der Shield-Bluttest des Unternehmens Guardant Health eine Trefferquote von 83 Prozent bei der Erkennung von Darmkrebs aufweist. Diese Entwicklung wird in Fachkreisen beachtet.

Dr. Aasma Shaukat von der NYU Langone Health sieht in dem lang erwarteten blutbasierten Test Potenzial, das Darmkrebs-Screening zu verbessern.

Herausforderungen beim derzeitigen Darmkrebs-Screening

Die Koloskopie bleibt die genaueste Methode zur Früherkennung von Krebs, einschließlich Vorstufen. Allerdings halten sich weniger als 60 Prozent der Berechtigten an die empfohlenen Screenings, die im Alter von 45 Jahren beginnen.

Dr. Tiago Biachi vom Moffitt Cancer Center weist darauf hin, что eine flächendeckende Teilnahme an den derzeitigen Koloskopie-Richtlinien schwierig ist.

Logistische Hürden tragen zu den niedrigen Screening-Raten bei. Dazu gehören die Einnahme von Abführmitteln vor der Koloskopie, ein freier Tag sowie die Organisation eines Transports nach dem Eingriff wegen der Narkose.

Grady betont, dass der Bluttest diese Probleme umgeht. Er funktioniert, indem er DNA aus krebsartigen Tumoren identifiziert. Dies ist besonders wirksam bei der Erkennung von Krebs im späteren Stadium.

Ein positives Ergebnis würde jedoch weiterhin eine nachfolgende Koloskopie zur Bestätigung der Diagnose und zur Bestimmung der Tumorlage erfordern. Das ist für die Wahl der Behandlung wichtig.

Biachi weist auf eine Begrenzung des Bluttests hin: Er erkennt Polypen im Frühstadium nur schlecht, da diese keine Tumor-DNA freisetzen. Die Erkennung solcher Polypen ist jedoch für eine Behandlung in heilbaren Stadien entscheidend.

Die Wirksamkeit des Tests bei der Identifizierung von Vorläuferpolypen und frühem Krebs bleibt eine offene Frage. Die Lokalisierung dieser Läsionen ist für eine wirksame Intervention wichtig, so Shaukat.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA wird den Shield-Bluttest voraussichtlich noch in diesem Jahr auf Zulassung prüfen, wie Guardant Health berichtet.

Bei Zulassung würde der Test ab einem Alter von 45 Jahren alle drei Jahre durchgeführt werden. Personen mit Symptomen oder einer familiären Vorgeschichte von Darmkrebs benötigen weiterhin eine Koloskopie.