Immer weniger Versorgung für Schwangere
Die Zahl der Schwangeren, die weite Strecken zur Entbindung zurücklegen müssen oder ohne ausreichende Vorsorge bleiben, nimmt zu. Ein Bericht der Organisation March of Dimes stuft mehr als ein Drittel aller US-Countys (35,1 %) als sogenannte „Maternity Care Deserts“ ein. In diesen Gebieten gibt es keine auf Schwangerschaftsversorgung spezialisierten Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen oder Zentren.
Zahlen zeigen klaren Trend
Im Jahr 2022 lebten in diesen Countys mehr als 2,3 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter. Das sind mehr als noch 2020 mit 2,2 Millionen. Auch die Zahl der in diesen Regionen geborenen Babys stieg von 146.000 auf über 150.000. Ashley Stoneburner, Hauptautorin des Berichts, stellt fest: „Dieses Problem verschlimmert sich.“
Schließung von Geburtsstationen als Hauptgrund
Ein Grund für die Zunahme dieser Versorgungslücken sind anhaltende Schließungen von geburtshilflichen Stationen. Zwischen 2021 und 2022 wurde etwa jede 25. Entbindungsstation in einem Krankenhaus geschlossen. Stoneburner erklärt, dass Krankenhäuser finanziell unter Druck stünden und Geburtshilfe-Abteilungen oft zuerst geschlossen würden. Zudem verzeichnete das National Center for Health Statistics einen Anstieg von 5 % bei Frauen ohne Schwangerschaftsvorsorge zwischen 2022 und 2023.
Auswirkungen der Rechtsprechung auf Versorgung
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 2022, das Urteil Roe v. Wade aufzuheben, scheint die Situation zu verschärfen. Ein Bericht des Commonwealth Fund zeigte, dass Frauen in Bundesstaaten mit strengen Abtreibungsgesetzen zunehmend Probleme haben, gynäkologische Leistungen in Anspruch zu nehmen. Frühere Umfragen deuteten darauf hin, dass diese politischen Maßnahmen Geburtshelfer und Gynäkologen aus diesen Staaten vertreiben.
Dr. Tracey Wilkinson, Professorin für Pädiatrie, spricht von einer signifikanten Abwanderung von Fachkräften. Sie bezeichnet den Bericht als deutlichen Indikator für eine Verschlechterung der Lage.
Regionale Unterschiede und gesundheitliche Folgen
Der Mittlere Westen und der Südeste der USA, Regionen mit einigen der restriktivsten Abtreibungsgesetze, weisen die höchsten Anteile an Versorgungswüsten auf. In Staaten wie Arkansas, Missouri, Oklahoma und den Dakotas haben bis zu drei Viertel der Countys keine geburtshilfliche Versorgung.
Der Bericht zeigt auch klinisch relevante Folgen: Frauen in diesen Gebieten haben ein 13 % höheres Risiko für Frühgeburten. Dies steht im Einklang mit früheren Studien, die diese Regionen mit erhöhten Sterblichkeitsraten bei Müttern und Säuglingen in Verbindung bringen.
Lange Anfahrtswege in einigen Bundesstaaten
Als die Staaten, в которых Schwangere am weitesten reisen müssen, um Versorgung zu erhalten, identifiziert der Bericht Alaska, Hawaii und Montana. Nach aktuellem Kenntnisstand verdeutlichen diese Daten die wachsende Herausforderung, eine flächendeckende Grundversorgung für Schwangere aufrechtzuerhalten.