Die Krebssterblichkeit in den USA ist seit ihrem Höhepunkt im Jahr 1991 um ein Drittel gesunken. Der neueste Jahresbericht der American Cancer Society zeigt jedoch ein komplexes Bild mit besorgniserregenden Trends bei der Erkrankungsrate und anhaltenden Ungleichheiten zwischen Bevölkerungsgruppen.

Gesamtrückgang der Sterblichkeit, aber steigende Inzidenz

Insgesamt wurden durch den kontinuierlichen Rückgang der Sterblichkeit schätzungsweise 4,5 Millionen Todesfälle verhindert. Dieser Erfolg wird auf verbesserte Früherkennung, Therapien und einen reduzierten Tabakkonsum zurückgeführt. Gleichzeitig steigt die Zahl der Krebsneuerkrankungen bei bestimmten Gruppen an.

Erstmals übersteigt die Inzidenz von Krebs bei Frauen im Alter von 50 bis 64 Jahren die der Männer. Bei jüngeren Frauen unter 50 ist die Rate sogar 82 % höher. Ein wesentlicher Treiber ist Lungenkrebs, bei dem Frauen unter 65 inzwischen eine höhere Erkrankungsrate aufweisen als Männer, was auf Unterschiede im Rauchverhalten in der Vergangenheit hindeutet.

Anhaltende und eklatante Ungleichheiten

Der Fortschritt verteilt sich nicht gleichmäßig. Der Bericht dokumentiert erhebliche rassische und ethnische Disparitäten. So ist die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten Krebsarten zu sterben, für schwarze Amerikaner und Angehörige indigener Bevölkerungsgruppen teilweise zwei- bis dreimal so hoch wie für weiße Amerikaner.

Diese Ungleichheiten spiegeln Unterschiede im Zugang zu Prävention, Früherkennung und hochwertiger Behandlung wider. Sie unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Gesundheitsgerechtigkeit.

Brustkrebs als Hauptursache und vermeidbare Fälle

Brustkrebs bleibt die häufigste Krebsdiagnose bei Frauen und macht etwa ein Drittel aller Neuerkrankungen aus. Ein Grund für den Anstieg der Fallzahlen könnten laut Experten gesunkene Fertilitätsraten sein, da Schwangerschaften einen protektiven Effekt haben können.

Trotz aller medizinischen Fortschritte gelten schätzungsweise 40 % der Krebsfälle als potenziell vermeidbar. Lebensstilfaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht spielen eine entscheidende Rolle.

Ausblick: Priorisierung von Gerechtigkeit und Prävention

Für das Jahr 2025 prognostiziert der Bericht erneut über 2 Millionen neue Krebsdiagnosen und fast 620.000 Todesfälle. Die zentrale Herausforderung liegt nun darin, die erzielten Fortschritte zu sichern und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen davon profitieren. Dies erfordert eine konsequente Ausrichtung der Gesundheitspolitik auf Prävention und den gerechten Zugang zu Versorgung.