Smartwatches könnten Menschen mit Typ-2-Diabetes helfen, aktiver zu werden. Eine im Fachjournal BMJ Open veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass strukturierte Bewegungsprogramme per Smartwatch die Bereitschaft zur Aktivität stark erhöhen.

Studiendesign: App-basiertes Heimtraining

Forschende rekrutierten 135 Erwachsene mit kürzlich diagnostiziertem Typ-2-Diabetes. Die Hälfte von ihnen erhielt eine Smartwatch mit einer speziellen Gesundheits-App. Diese führte die Teilnehmer durch ein heimbasiertes Bewegungsprogramm, das Cardio- und Krafttraining ohne Geräte umfasste. Die App gab Echtzeit-Feedback und motivierte sie, wöchentlich 150 Minuten moderate Bewegung zu erreichen. Eine Online-Betreuung durch Bewegungsspezialisten stand zur Verfügung.

Deutlich höhere Motivation und Durchhaltevermögen

Die Ergebnisse waren eindeutig: Personen in der Smartwatch-Gruppe begannen zehnmal häufiger mit dem Bewegungsprogramm als die Kontrollgruppe. Zudem blieben sie dreimal häufiger über den gesamten Studienzeitraum von einem Jahr aktiv.

Erste Daten deuten darauf hin, dass diese Teilnehmer auch eine bessere Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels und Blutdrucks erfuhren. Dies ist klinisch relevant, da Diabetes ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Potenzial für breitere Anwendung und weitere Forschung

Die Studienautoren sehen in der Technologie ein großes Potenzial, um nicht-medikamentöse Therapieansätze zugänglicher zu machen. Ein personalisiertes, digital unterstütztes Programm könne unabhängig von Alter, Geschlecht oder Einkommen helfen, Bewegung nachhaltig in den Alltag zu integrieren.

Die Wissenschaftler planen nun eine größere klinische Studie. Diese soll klären, ob der beobachtete Effekt auf die körperliche Aktivität langfristig auch zu messbaren Verbesserungen im Diabetes-Management, etwa des Langzeitblutzuckerwerts (HbA1c), führt.