Eine neue Datenanalyse deutet auf einen Zusammenhang zwischen der chirurgischen Entfernung beider Eierstöcke (bilaterale Ovarektomie) und einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz hin. Laut der Studie ist das Risiko besonders hoch, wenn der Eingriff in jüngerem Alter vorgenommen wird.

Studiendaten zeigen deutlich erhöhtes Risiko

Forscher analysierten Daten von fast 4.000 Frauen aus den US-amerikanischen NHANES-Erhebungen 2017–2020. Im Durchschnitt erfolgte die Ovarektomie im Alter von etwa 44 Jahren, die Diagnose einer Herzinsuffizienz etwa 13 Jahre später.

Die Ergebnisse zeigten, dass eine bilaterale Ovarektomie mit einem 3,7-fach erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz verbunden war. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Bereinigung um andere Faktoren signifikant. Jedes Jahr, das der Eingriff später durchgeführt wurde, war mit einer um etwa 0,6 Jahre späteren Diagnose verbunden.

Stärkere Assoziation bei weißen Frauen

In der Analyse zeigte sich die Risikoerhöhung besonders ausgeprägt bei weißen Frauen. In nicht adjustierten Berechnungen war ihr Risiko mehr als fünfmal so hoch. Nach Adjustierung für weitere Einflussfaktoren lag es immer noch beim 2,7-Fachen.

Diskussion über kardiovaskuläre Prävention notwendig

Die Studienleiterin Dr. Narathorn Kulthamrongsri betonte, dass der Eingriff oft medizinisch notwendig sei. Die Ergebnisse unterstreichen jedoch die Bedeutung eines anschließenden kardiovaskulären Monitorings. In der medizinischen Praxis sollten Möglichkeiten zur Risikominderung wie Lebensstiländerungen oder eine Hormonersatztherapie (HRT) individuell besprochen werden.

Die Studie unterstreicht nach aktuellem Kenntnisstand die Notwendigkeit, die langfristigen kardiovaskulären Folgen einer Ovarektomie weiter zu erforschen und betroffene Frauen umfassend über Präventionsmöglichkeiten zu informieren.