Parkinson und der Einfluss von Umweltfaktoren
Die Parkinson-Krankheit, bei der dopaminproduzierende Nervenzellen im Gehirn absterben, tritt immer häufiger auf. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Seit den 1980er Jahren wird ein möglicher Einfluss von Chemikalien wie Pestiziden und Herbiziden erforscht. Trotz bekannter Risikohinweise werden viele dieser Substanzen weiterhin eingesetzt.
Neue Studie zu Pestiziden und Parkinson-Risiko
Eine aktuelle Untersuchung identifizierte einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber 14 Pestiziden und einem erhöhten Risiko, an Parkinson zu erkranken. Die Ergebnisse liefern weitere Hinweise darauf, dass Umweltgifte am Krankheitsausbruch beteiligt sein könnten. Bei Parkinson handelt es sich um die weltweit am schnellsten wachsende neurologische Erkrankung. Charakteristisch sind Ablagerungen von Alpha-Synuclein-Proteinen, sogenannten Lewy-Körperchen, im Gehirn, die die Motorik beeinträchtigen.
Die noch nicht von unabhängigen Experten begutachtete Studie wurde von der Michael J. Fox Foundation finanziert. Sie wurde auf der 76. Jahrestagung der American Academy of Neurology vorgestellt. Für die Analyse wurden Daten von über 21 Millionen Empfängern der US-Gesundheitsversicherung Medicare mit Informationen zum Pestizideinsatz auf regionaler Ebene von 1992 bis 2008 abgeglichen.
Drei spezifische Pestizide im Fokus
Die Ergebnisse zeigen eine dosisabhängige Risikoerhöhung durch drei konkrete Pestizide: Simazin, Lindan und Atrazin. Diese Substanzen sind in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich in ihrer Verwendung eingeschränkt.
Dr. Brittany Krzyzanowski, Hauptforscherin vom Barrow Neurological Institute, erklärte, die Studie baue auf früheren Arbeiten auf. Diese hatten bereits einen starken Zusammenhang zwischen Parkinson und der Dichte von Ackerland gezeigt. Der neue Fokus liege darauf, die spezifischen Pestizide zu identifizieren, die für diese Korrelation verantwortlich sein könnten.
Herausforderungen bei der Ursachenforschung
Einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Pestizidexposition und Parkinson nachzuweisen, bleibt laut Forschern jedoch herausfordernd. Verschiedene Faktoren erschweren die Bewertung, darunter Änderungen der Ernährungsgewohnheiten, Berufswechsel und unterschiedliche Arten der Exposition gegenüber den Chemikalien.
Implikationen für den Gesundheitsschutz
Die Studienergebnisse unterstützen die Forderung nach strengeren Sicherheitsbewertungen für in der Landwirtschaft verwendete Chemikalien. Die möglichen Folgen für die öffentliche Gesundheit sind erheblich, besonders für Personen, die auf behandelten Flächen arbeiten oder in deren Nähe wohnen. Nach aktuellem Kenntnisstand sind weitere Forschungsarbeiten nötig, um die Rolle von Umweltfaktoren bei der Entstehung von Parkinson genauer zu verstehen.